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Diskussion | Wie abhängig macht sich Journalismus von Google, Facebook, TikTok und Co.?

von: Johanna Hegermann, 14. Mai 2021

Algorithmus, Paywall, Clickbait – drei Begriffe, die aus der modernen Medienlandschaft nicht mehr wegzudenken sind. Genauso können sich die Meisten kein Leben mehr ohne Smartphones und digitale Medien vorstellen.
Damit die Medienunternehmen ihre Leser*innenschaft erreichen können, müssen sie ihre Inhalte auch über Netzwerke wie Twitter, Facebook und Instagram verbreiten.

Foto: Unsplash /  Austin Distel


Oskar Vitlif ist freier Journalist und arbeitet unter anderem als Social-Media Redakteur bei der Tagesschau. Er ist täglich damit beschäftigt Nachrichten für soziale Medien aufzubereiten. Ob eine Enteignung der Firmen im Silicon Valley und China, wie von einigen Aktivist*innen gefordert, der Weg zu einem unabhängigeren Journalismus sein kann, oder ob andere Ansätze vielversprechender sind, darüber diskutierte der Journalist mit den Teilnehmenden der Diskussionsrunde auf dem Jugendmedienfestival.
Die Algorithmen in sozialen Medien sind nicht objektiv und ihr Mechanismus ein gut gehütetes Geheimnis.  So begeben sich die Medienhäuser in die Hände großer Konzerne im Silicon Valley oder China. Kritiker*innen befürchten, dass der Journalismus hierdurch seine Unabhängigkeit verliert.
Erste Trends wie Clickbait deuten darauf hin, dass inzwischen nicht mehr die Meldung an sich im Vordergrund steht. Stattdessen müssen die Medienhäuser ihre Inhalte für Suchmaschinen optimieren, möglichst spannende Titel formulieren, um die Klicks abzugreifen und bei News-Lagen die Schnellsten sein, um die volle Aufmerksamkeit zu erhalten.
Kritische Stimmen werfen den Tech-Giganten finanzielle Interessen und fehlende Kontrollmechanismen vor.
Gäbe es eine einfache Lösung, wäre sie wahrscheinlich schon umgesetzt worden, aber es gibt diverse Lösungsansätze: Newstabs, ausschließlich für nachrichtliche Inhalte, und Relevanz durch „Upvotes“ aus der Community sind nur einige unter vielen.
Dem gegenüber stehen finanzielle (Eigen-)interessen von Funktionär*innen und international unterschiedliche Regelungen.
Sie machen es schwer, die Lage allumfassend zu betrachten und zu bewerten. Die Diskussionsteilnehmer*innen sind sich aber sicher: Die Medienwelt ist im Wandel – und der Einfluss der Technikkonzerne steigt eher, als dass er sinkt.